UKE Hamburg


Wirkungen von kooperativer Leistungserbringung in Netzwerken

Das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und das Studienzentrum Essen des Institute for Public Health and Healthcare der Steinbeis-Hochschule Berlin untersuchen gemeinsam die Wirkung von Netzwerken auf Gesundheit.

Zentraler Aspekt ist dabei, die Netzwerke, die gemeinsam Leistungen in einer Region erbringen, in die Lage zu versetzen, die Wirkung ihres Leistungsangebots vor Ort für sich zu bewerten. Entwickelt werden Verfahren, die Netzwerkakteure dabei unterstützen, Kriterien der Zielerreichung festzulegen, Indikatoren zu deren Messung zu benennen und Wirkungen ihrer Netzwerkaktivitäten zu verschiedenen Zeitpunkten zu messen. Auf Grundlage solcher Möglichkeiten zur Selbstüberprüfung können aktive Netzwerke, falls erforderlich, im Zeitablauf Veränderungen ihrer Strukturen, Prozesse und Angebote vornehmen.

Die Bearbeitung erfolgt in vier Schritten:

  1. Bestandsaufnahme der Projektansätze und des Unterstützungsbedarfs
    Im ersten Schritt werden die gesundheitliche Lage und die Projektansätze in den Modellregionen beschrieben und der Unterstützungsbedarf bei den Vorhaben ermittelt.
  2. Festlegung von Zielgrößen und Entwicklung von Indikatoren
    Anschließend werden Zielgrößen festgelegt, mit denen sich die gesundheitliche Lage in den Regionen gut beschreiben lässt und es werden Indikatoren zur Messung dieser Zielgrößen entwickelt. Diese Daten bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Evaluationsmodells, mit dem sich die Wirkung von regionalen Netzwerken auf Gesundheit beschreiben lässt.
  3. Durchführung einer begleitenden, formativen Evaluation
    Ziel dieses Arbeitsschrittes ist es, die regionalen Akteure in ihrer Arbeit bedarfsgerecht zu begleiten und – wenn dies gewünscht ist – sie bei bei ihrer Zielerreichung zu unterstützen.
  4. Durchführung einer summativen Evaluation
    Im letzten Schritt soll schließlich in den Regionen das unter Punkt 2 entwickelte Evaluationsmodell angewendet werden, damit die Akteure die Wirkung der regionalen Netzwerke auf die Gesundheit beschreiben können.

Über das Institut für Allgemeinmedizin am UKE

Das Institut für Allgemeinmedizin (IfA) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gehört zum Zentrum für Psychosoziale Medizin und ist zuständig für Forschung, Lehre und Krankenversorgung im Bereich der Allgemeinmedizin. Am Institut arbeiten mehr als 35 wissenschaftliche und rund zehn nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie eine variable Anzahl von studentischen Hilfskräften und Doktoranden/Doktorandinnen.
Die Forschungsaktivitäten erstrecken sich auf klinische, epidemiologische und bevölkerungsmedizinische Aspekte der Allgemeinmedizin und beschäftigen sich mit unterschiedlichen Fragestellungen der Versorgungsforschung, insbesondere in den Bereichen Multimorbidität, Demenz, Herzinsuffizienz und andere chronische Erkrankungen. Der Schwerpunkt liegt auf Fragen der hausärztlichen Versorgung. Hierbei kommt ein breites Spektrum von Methoden zum Einsatz, das neben qualitativen auch quantitative nicht-interventionelle, quantitative interventionelle Primärstudien, Sekundärstudien (Routinedatenforschung) sowie Systematische Reviews und Meta-Analysen beinhaltet.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Das Institut ist Sitz der Leitlinienentwicklungsstelle der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und ist mit neuen Versorgungsformen sowie den unterschiedlichen Facetten der Qualitätsmessung und -förderung befasst.
In der Lehre engagiert sich das IfA bei der Ausbildung von Medizinstudierenden aber auch in der ärztlichen Weiter- und Fortbildung.
Die Krankenversorgung am IfA umfasst einerseits die Behandlung fußläufiger Patientinnen und Patienten in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) und andererseits die Versorgung allgemeinmedizinischer Patienten und Patientinnen im Fachbereich Allgemeinmedizin des Ambulanzzentrums (medizinisches Versorgungszentrum, MVZ).

Kontakt

IfA Logo

Prof. Dr. Martin Scherer
Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

m.scherer@uke.de